Bachelorarbeit kommunikationsdesign


20.01.2021 22:42
Bachelor-Abschlussarbeiten im Fachbereich Design - hmkw
und kann so spielend den Arzt imitieren. In seiner Masterarbeit »AZ« entwarf Christoph Palissa eine Schrift, bei der jeder Buchstabe eine exakt gleich groe Flche hat. Hufig kann man beobachten, dass Seiten in sozialen Netzwerken von Freunden und Angehrigen zu Gedenkorten transformiert werden, wenn ein Nutzer verstirbt. Das vermeidet in gewisser Form natrlich viele »Fettnpfchen«. Aber eine, der jeder begegnet, wurde da bisher komplett ausgelassen. Konzept eines benutzerfreundlichen und optisch modernen Tarifrechners. Ganz sicher gibt es Bereiche in denen schlichtweg Gestaltung gefragt ist. Gleichzeitig orientiert sich das Set an der erwachsenen Lebenswirklichkeit. Sicher muss da noch viel geschehen, aber fr mich zeugt das von einem Umdenken.

Manchen mehr, manchen weniger. #kochbuch, kochbuch mit QR-Codes zu den Videoanleitungen aller Rezepte. Genau genommen richtet sich die Erwartung in zwei Richtungen. Wie hat sich der Umgang mit dem Tod im Laufe der Jahrhunderte verndert? Ich wrde sogar behaupten, sie htten die Anzeige vergessen, wenn ich sie nicht jeden Tag mit kleinen Aufgaben immer wieder darauf gestoen htte. Reagiert einer darauf, indem er wiederum sein Objekt zur Hand nimmt, bekommt das der eigentliche Auslser als Feedback kommuniziert. Mit der industriellen Revolution Mitte des Neunzehnten Jahrhundert begann dann eine Tendenz, die bis heute nicht geendet hat. Etwa bei der berlegung wie man zum Vorsorgen anregen kann oder etwa ganz neue Dienste dazu erschaffen knnte.

Sammeln der Trnenflssigkeit zur Bewertung der Trauer im gesellschaftlichen Rahmen. Fr viele Menschen ist das unheimlich wichtig und untersttzt sie darin den Verlust zu verarbeiten. Das Bestatterset war fr mich vor allem eine Provokation, die zum Nachdenken anregen soll. Fons Hickmann Pascal Kress, morgen und davor, hundert Arbeiten aus zehn Jahren Klasse Hickmann. Denn das Tragen von schwarzer Kleidung hatte frher auch die Funktion, dass Dritte erkennen konnten, dass eine Person in Trauer ist und sie sich dementsprechend darauf einstellen. Denn wie msste so ein Objekt aussehen, damit es wirklich reine Prsenz bermittelt und sich dabei so wenig knstlich oder technisch wie mglich anfhlt. Die Flucht vor dem Nine to Five. Auch der Gedanke auf Distanz zu trsten, birgt eine ganze Bandbreite an Mglichkeiten, die sicher nicht nur aus entweder Vorbeifahren oder eben eine Nachricht schreiben bestehen. Natrlich vor allem, weil sich der Sterbeort in vielen Fllen ins Krankenhaus verlagert hat, aber auch dahingehend, dass viele Bruche und Riten, die den Tod und vor allem die Trauer in die ffentlichkeit getragen haben, auf der Strecke geblieben sind.

Dabei muss ich zugeben, dass er erst ganz am Ende der Arbeit entstanden ist und vielmehr den Prozess beschreibt, in dem ich mich dem Thema genhert habe. Einen ganz groen Anteil hat da sicher die Hospizbewegung, die seit den 80er Jahren beweist, dass ein anderer Umgang mit Tod und Trauer mglich ist. Denn gestorben wurde hauptschlich zuhause. Im Endeffekt muss ich trotzdem selber abwgen, ob es reicht eine Facebook Nachricht zu schreiben, zwei Stunden zu telefonieren oder ich mich doch in den Zug setze und der Person persnlich beistehe. Und das schliet eben ein, dass es kein unmittelbares Erfolgserlebnis oder die sofortige Auflsung der Trauer als Reaktion gibt. Und das auch dann, wenn sie sich an verschiedenen Orten befinden. Enzian, ein in Kooperation mit dem Knstler Kaltenkirchen entstandenes Musikvideo. Arbeiten zum Thema Geld von Karolina Leczkowski und Janine Vogelein, die einen Blumenstrau aus Geldscheinen formte.

Um das Tabu zu brechen, hast du im Rahmen der Arbeit versucht, Menschen ihren eigenen Tod anhand realer Zahlen vor Augen zu halten. Denn die Lebenserwartung verschiebt sich seitdem kontinuierlich nach hinten und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Viele haben sogar erwartet, dass sie beginnen ihr Leben mehr zu nutzen, sobald sie diese Uhr bei sich aufstellen. Insofern denke ich nicht, dass der digitale Raum etwas ersetzen kann, sondern nur eine stetig wachsende Ergnzung darstellt. Das kam sicher auch dadurch, dass die Teilnehmer nicht nur Designer waren sondern ganz unterschiedliche Hintergrnde hatten. Bis zum vierten Tag hatten sich Tage, Monate und Jahre einfach nicht verndert und obwohl sie jeden Tag die Zeit zwei Mal laut sprechend mit einer Kamera dokumentiert hat, ist ihr das gar nicht aufgefallen. Alles in allem sind das vor allem Mglichkeiten, weshalb das Thema in der Formulierung auch erst durch den Untertitel komplettiert wird Mglichkeiten.

Dabei haben wir versucht fr unterschiedliche Bedrfnisse, die sich aus meiner Recherche ergeben haben, Antworten zu finden. Die grte Diskrepanz zeigt sich fr mich eigentlich in den Farben der Stifte, die sich auf Grautne bzw. Fr mich stand am Anfang nur fest, dass ich mich dem Thema Tod und vor allem der Trauer experimentell nhern mchte. Besonders berraschend kam fr mich im selben Zusammenhang die Idee einer Trauersignatur am Ende einer eMail. Im Endeffekt hat sich fr alle, egal ob jung oder alt, kaum etwas verndert. Fr sie war Set ein vorstellbares Produkt.

Spannend ist, wie wir Kindern andere Lebenswirklichkeiten vermitteln. Etwa bei der Frage wie wir mit Trauer umgehen. Im Gegenteil, das zeugt auch von dem Wunsch, dass es dem Trauernden besser gehen mge. Der Tod war, wenn man das berspitzt ausdrcken will, etwas alltgliches. Und das in zweierlei Hinsicht: Zum einen ist unsere durchschnittliche Lebenserwartung drastisch gestiegen und zum anderen hat sich der Sterbeort zunehmend aus den Familien in die Krankenhuser verlagert. Welche »Probleme« im Umgang mit Trauer hast du heraus gefunden? Pauschal kann man das gar nicht beantworten.

Die Frage ist auch, woher sollen die Menschen das wissen. Denn whrend wir unsere Kinder auf alle denkbaren Situationen vorbereiten, wird die Mglichkeit, dass jemand verstirbt von Eltern hufig solange ausgeklammert, bis der Fall tatschlich eintrifft. Foto: Auszug aus der Bachelorarbeit. Knnte das nicht vielleicht sogar ein Stein sein und was wre ein adquates Feedback fr einen Stein. Den Literaturklassiker »Frankenstein« von 1818 interpretierte Franziska Loos angesichts der Mglichkeit von denkenden Robotern und geklonten Menschen neu. Silvester ist so ein Beispiel. So einfach ist das natrlich nicht. Im Gegenzug wrde solch eine Signatur allerdings verlangen, offener zu der eigenen Trauer zu stehen und Auenstehenden die Chance einzurumen, angemessen zu reagieren. Bei ihr hatte die Uhr durch einen Programmierfehler immer wieder den selben Tag angezeigt. Von vielen tollen Abschlussarbeiten, die an deutschen Hochschulen im Fachbereich Gestaltung entstehen, bekommt man meist wenig mit (auch wenn das page-Magazin in der Rubrik Nachwuchs einige davon regelmig vorstellt ).

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